Lauftreff TV Ottweiler

44. Guthsmuths Rennsteiglauf in Thüringen PDF Drucken
  

Der Rennsteiglauf:

 

Tja, womit fang ich an?

Nun, mit dem Positiven: Am Vorabend des Rennsteiglaufes gab es nicht die übliche Pastaparty, sondern eine Kloßparty im Festzelt mit fetziger Livemusik. Schön, und die Kloßportionen konnten wahrlich auch die hungrigsten Ultraläufer zufriedenstellen und mit ausreichend Kohlenhydraten für den Ultramarathon ausstatten. DAS war ein richtig guter Anfang.

Und dann begann der Tag des Rennsteiglaufes (nach einer durchwachten Nacht, denn in meiner Pension in Eisenach residierte noch eine trinkfeste und vor allem singfreudige Burschenschaft, die ich des nächtens mal wutentbrannt mit mäßigem Erfolg zur Ordnung aufrufen musste…).

Um 5:30 Uhr ist der Marktplatz in Eisenach gestopft voll mit Laufhungrigen. Etwa 1700 Leute waren alleine für den Supermarathon genannt (insgesamt über 10.000 für die verschiedenen Strecken).

Den einprägsamsten Eindruck hinterließ bei mir die ultralange Warteschlange zu den Dixieklos! Mit einer Wartezeit von etwa 25 Minuten, die manchem Läufer nur noch ein gepresstes schmerzhaftes Grinsen entlocken konnte und einige sofort wieder in die Flucht trieb.

Die in die Flucht  Getriebenen erleichterten sich dann auf alle erdenklichen Arten nach dem Start in den ersten Wäldern unmittelbar an der Strecke, auch gerne in Sichtweite. Ein gewisser Odeur unzureichend gereinigter, aufregungsdurchfallgeplagter Läuferhintern begleitete mich dann auch über die ersten paar Kilometer, eine der  herausragenden Besonderheiten dieses  Laufes.;-)

Eine weitere, hiermit im unmittelbaren Zusammenhang stehend: Der Rennsteiglauf ist eine Massenveranstaltung, die auch gerne mal ruhig und alleine laufende Ultraläufer zum trotten mitten in der großen Rotte zwang, und das über die kompletten 72 Kilometer!

Dutzende vor mir und hinter mir, gegenseitiges „Auf die Füße treten“ oder Stau an Anstiegen. Spätestens bei Kilometer 35, als zu den ohnehin schon zu zahlreichen Läufern noch über eine weite Strecke die teilnehmenden Walker stießen (schön breit in Dreiergruppen auf dem Weg!) verließ mich die Lust auf anstrengende Überholmanöver, ich wurde zum Schaf und trottete blökend in der Herde mit bis zum Schluss. Am Ziel in Schmiedefeld angekommen lautete meine erste Frage: WO fahren die Busse zum Rücktransport ab?...und weg war ich. ... Ich glaub ich werd alt... :-)

Fazit: Nur schön für den, der Massenveranstaltungen mit viel Partystimmung mag, nix für Individualisten. Selbst die Strecke wird an Schönheit von jedem heimischen saarländischen Trail oder Premiumwanderweg überboten, garantiert. Denn über weite Strecken sah man nur Wald, Wald, Wald und nochmal Wald, links und rechts… Dabei ist Thüringen wunderschön!

Aber zum guten Schluss noch was Positives:

Der Veranstalter hat sich wirklich ins Zeug gelegt!! Nicht nur mit der Kloßparty und der –von mir verpassten- Party nach dem Lauf am Ziel, auch mit Verpflegung und Stimmung an den einzelnen zahlreichen Versorgungsstellen. Da haben die echt was losgemacht und man bekam viel für sein Geld. Chapeau!

Allerdings sei auch hier eine Warnung für den unbedarften Läufer in Unkenntnis regionaler Ernährungsgewohnheiten ausgesprochen:

VORSICHT: Die an der Strecke zur Stärkung angebotene Schleimsuppe (heißt wirklich so) in den Geschmacksrichtungen Heidelbeere und Orange lässt sich nach Ansetzen an den Mund nur in EINEM Stück schlucken…oder spucken!

wem`s schmeckt..

Aber: Etwas Besonderes Ist der Rennsteiglauf auf jeden Fall, auch wenn er mich definitiv nicht noch einmal sehen wird. Aber das liegt ja an mir.

Lisa

 

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